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Das Sammlerpaar



Hermann Rupf (1880—1962) war von 1901—1903 Bankkorrespondent in Frankfurt, wo er Daniel–Henry Kahnweiler (1884—1979) kennenlernte. Nach einem Aufenthalt in Paris, bei dem er erneut mit Kahnweiler zusammentraf, kehrte Rupf 1905 in sein väterliches Mercerie—Geschäft in Bern zurück, das er ab 1908 mit seinem Schwager, Ruedi Hossmann, leitete (Hossmann & Rupf). Währenddessen eröffnete Kahnweiler 1907 in Paris eine Galerie (1920—1940 als Galerie Simon; ab 1940 als Galerie Louise Leiris bekannt); Rupf gehörte zu seinen ersten Kunden und blieb ihm zeitlebens eng verbunden.

Das Ehepaar Rupf setzte sich auch ausserhalb ihrer Sammlertätigkeit für Künstlerinnen und Künstler ein und stand vielen beratend und unterstützend zur Seite. Rupfs Haltung war nicht nur die eines Mäzens; er engagierte sich auch sozial und übernahm durch seine Tätigkeit als Kunstkritiker eine wichtige Rolle in der Verbreitung und Vermittlung zeitgenössischer Kunst. Seine Texte und Kritiken waren als Plädoyer für die zeitgenössischen Kunstrichtungen zu verstehen und richteten sich gegen eine konservative Kunstpolitik. Rupf war aktives Mitglied der Sozialdemokratischen Partei.